Leitziel

„Unser Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in welchem die Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewussten, sozialkompetenten und handlungsfähigen Men-schen heranwachsen können.“

Aus diesem Ziel ergibt sich ein sozial geprägtes Profil mit dem Schwerpunkt Prävention, das seine Schärfung durch die Begriffe Reife und Ausbildungsfähigkeit („Fit für den Beruf“) im WRS-Bereich erhält. Auch in der Grundschule steht die Prävention im Vordergrund. Ebenfalls im Rahmen des Präventionsprogramms und im ganzheitlichen Sinne wird das Schulprofil für die Klassen 1 bis 4 „Gesunde Grundschule" im alltäglichen Unterricht und Miteinander umgesetzt.

Didaktische Implikationen

Die drei Begriffe des Leitzieles bilden unter pädagogischen Gesichtspunkten ein magisches Dreieck und stehen in gegenseitiger Interaktion. Sie korrespondieren mit didaktischen Prinzipien wie Selbsttätigkeit, Handlungsorientierung und Partizipation. Im Grunde werfen sie aus unterschiedlichen Positionen ein Licht auf den gleichen didaktischen Prozess. Um unser Ziel zu erreichen und diese Worte mit Leben zu füllen, wollen wir jedem Begriff ein systematisches unterrichtliches Handeln zuordnen, das strukturell über den Stundenplan abgesichert ist.

Verantwortungsbewusstsein Um das Verantwortungsbewusstsein zu stärken, sollen die Schülerinnen und Schüler zunehmend zum Subjekt des Lernens werden. Die Grafeneckschule wird sich ab dem Schuljahr 2013/2014 auf den Weg machen, selbstorganisiertes Lernen einzuführen. Im ersten Schritt werden für alle Klassen der Schule 2 Wochenstunden (Mittwoch, 6. Std./Do., 1. Std.) im Stundenplan für SoL mit den Klassenlehrern besetzt. In diesen Stunden arbeiten die Schülerinnen und Schüler über einen Zeitraum von mehreren Wochen selbstständig an Aufgabenstellungen, die die Lehrkräfte zuvor aus dem Bildungsplan in Lerninhalte für diesen Zeitraum umgesetzt haben. Je nach Versorgung mit Deputatsstunden werden diese Selbstätigkeitsstunden durch Fachlehrer aufgedoppelt. Dabei ensteht auch die Möglichkeit zum individuellen Coaching. Um die Fortschritte der Lernenden zu dokumentieren, werden wöchentlich die Lernphasenpläne unterschrieben und vom Lehrer gegengezeichnet. Am Ende jeder Lernphase wird eine individuelle Überprüfung des Lernerfolgs stattfinden. Durch die Verankerung im Stundenplan soll die Nachhaltigkeit des Programms gesichert und die Verbindlichkeit für alle Klassen verdeutlicht werden. Zugleich bietet diese strukturelle Maßnahme, die Möglichkeit langfristige Projekte oder Werkstattunterricht ohne organisatorische Probleme in die Fläche zu bringen. In einem Ausbaustadium ist es geplant, das selbstorganisierte Lernen von Raum, Lehrern und Klassen zu lösen, sodass alters- und themenübergreifende Lerngruppen entstehen können (miteinander und voneinander lernen). Offen bleibt momentan, inwieweit die Raumsituation eine Teilung der Lerngruppen zulässt.

Sozialkompetenz

Der Bildungsplan setzt wichtige Meilensteine der Sozialerziehung in allen Jahrgangsstufen und mehreren Fächern bzw. Fächerverbünden. Wir wollen alle diese Aktivitäten bündeln und im Rahmen des Schulcurriculums als „Fach“ abbilden. Dieses Fach wird ebenso wie die SoL-Stunden verbindlich im Stundenplan unter dem Titel „Fit für´s Leben“ festgezurrt. Das Curriculum für dieses Fach entsteht unter dem Leitsatz Prävention statt Intervention und sieht Kinder und Jugendliche nicht aus einem defizitären Aspekt, sondern stärkt sie in ihrer Persönlichkeit und ermöglicht ihnen Wirksamkeitserfahrungen. Den programmatischen Überbau bilden dabei die Anforderungen aus dem Projekt „stark.stärker.WIR“ sowie die Erfahrungen aus drei Jahren Schulsozialarbeit. Die Grafeneckschule nutzt dabei Synergieeffekte, die aus der Zusammenarbeit des Kollegiums mit externen Experten entstehen und damit auch zur Öffnung der Schule ins Leben beitragen. Die Bausteine des Sozialcurriculums entstehen auf Basis der Vorschläge von Frau Wilhelm (SSA). Diese Bausteine bestehen aus den Inhalten des Bildungsplanes bzw. werden um Inhalte der sozialpädagogischen Praxis ergänzt und spiralförmig nach Jahrgangsstufen aufgebaut.

• „Fit fürs Leben“

• Näher rücken

• Identität – Wer bin ich, wer will ich sein?

• Teilhabe – Ich bringe mich ein!

• Interaktion – Ich und andere!

• Klassenrat • Elternarbeit

• Klasseninterne Elternfeste von Schülern für Eltern

• Ehrenamt

• Projekte in der und für die Gemeinde(n)

• Grenzgänge

• Aktionen, die Schülerinnen und Schüler an Grenzen führen und sie heraus-fordern

(1 Tag pro Sj.)

Im Schuljahr 2013/2014 wird das Sozialcurriculum zunächst in den Klassenstufen 5, 6, und 7 in Zusammenarbeit von Frau Wilhelm und den Klassenlehrer(innen) eingeführt. Frau Wilhelm wird an den Veranstaltungen teilnehmen bzw. die Lehrkräfte entsprechend vorbereiten.

Da das Kollegium sich im letzten Jahr mehrheitlich gegen die Weiterführung des Projektes EDH ausgesprochen hat, wurde ein Ablaufschema zur Intervention bei dissozialem Verhalten entwickelt (s. Anlage).

Handlungsfähigkeit

Handlungsfähigkeit bedeutet, dass die in der Schule erworbenen Kompetenzen auch angewendet werden können. Dazu muss das Schulleben ausreichend Gelegenheit geben. Dies versucht die Grafeneckschule durch folgende unterrichtliche und außerunterrichtliche Aktionen zu erreichen:

Wesentlicher Bestandteil dabei ist eine Vielzahl an Praktika und Berufserkundungen im Rahmen der Berufswegeplanung, die im Portfolio der jeweiligen Klassenstufe hinterlegt ist (s. Anlage).

Aber gerade auch im Schulalltag spielt die Verwirklichung eigener Ideen und Vorstellungen eine große Rolle. Kooperationen mit Kindergarten und Pflegeheim tragen dazu bei, dass sich die Jugendlichen im sozialen Kontext erleben und bewähren können.

Die Ausbildung von Streitschlichtern soll im Schuljahr 2013/2014 angegangen wer-den, ist aber momentan noch nicht in das Sozialcurriculum eingebunden.

Die Fördervereinbarungen auf Basis der Ergebnisse der Kompetenzanalyse Profil AC werden als Projekte für andere Schüler (Fußballtraining, Bauchtanzkurs, Spielenachmittag für die Grundschule, Grillfest planen, …) angelegt, sodass die Schülerinnen und Schüler dadurch in die Schule hineinwirken, wobei ein ganzheitlicher Kompetenzerwerb gewährleistet ist und sie nicht für sich alleine an ihren Stärken und Schwächen arbeiten.

Es ist gute Tradition, dass Schülerinnen und Schüler Sportturniere für andere Klas-sen organisieren.

Es besteht eine Kooperation mit der „Stiftung Rehabilitation Heidelberg“. Es gibt integrative Klassen, seit 2012 auch in der Werkrealschule. Unsere Schülerinnen und Schüler erleben behinderte Menschen tagtäglich im Haus oder sogar in der Klasse und empfinden dies als Normalität.

 

Kooperationspartner

Apinex Kunststofftechnologie

Guido Wolf GmbH

Die Johanniter

Lernwerk e.V.

Golfclub Heidelberg-Lobenfeld

Sparkasse Kraichgau

 Volksbank

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